Politische Repression 1933-1938. Handlungsmöglichkeiten in der Illegalität

Sa 11. August 10-18:30h, Treffpunkt: ÖH Uni Wien Campus/AAKH Hof 1

Workshop mit Florian Wenninger, Sabine Schmitner, Elisabeth Luif

Der Februar 1934 war die bedeutendste Widerstandshandlung gegen die Etablierung der austrofaschistischen Diktatur. Neben mehreren hundert Toten wurden in der Folge allein in Wien knapp 8000 Personen verhaftet, 9 Personen österreichweit hingerichtet. Die österreichische Arbeiter*innenbewegung wurde vollständig illegalisiert.

Die vielfältige Repressionsmaßnahmen, wie Inhaftierungen in Anhaltelagern und Gefängnissen, aber auch wirtschaftliche Sanktionen, bedrohten die Existenz der Verfolgten und schränkten den Handlungsspielraum für Widerstand enorm ein. Gleichzeitig standen Praktiken des Widerstands wie der Februar 1934 in Zusammenhang mit strategischen Diskussionen, wie den autoritären Tendenzen zu begegnen wäre, die bereits seit den 1920ern geführt wurden.

Im Workshop beschäftigen wir uns bei einem einführenden Input mit Ausgangsbedingungen und Handlungsrahmen für widerständige Politik. Anschließend werden wir bei einem Ausflug nach Niederösterreich das Mahnmal des größten austrofaschistischen Anhaltelagers in Wöllersdorf besuchen. Dort haben wir die Gelegenheit, über Widerstandsmöglichkeiten in der Illegalität zu diskutieren, als Beispiel dient uns ein Hungerstreik der Häftlinge im Juli 1935. Zum Abschluss besichtigen wir die Ausstellung „Marschieren, Demonstrieren, Applaudieren. Demokratie und Öffentlichkeit ab 1918“ im Industrieviertelmuseum in Wiener Neustadt.


Florian Wenninger ist Assistent am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien und Leiter eines Forschungsverbundes zur Austrofaschistischen Repression 1933-1938. Forschungsschwerpunkte abseits der österreichischen Zeitgeschichte bilden vor allem die Polizei- und Militärgeschichte sowie historische Identitätsbildung.

Sabine Schmitner ist Historikerin, Mitarbeiterin des Stadtarchivs Wiener Neustadt und Kuratorin der Ausstellung „Marschieren, Demonstrieren, Applaudieren. Demokratie und Öffentlichkeit ab 1918“

Elisabeth Luif arbeitet in der Geschichtsvermittlung und ist Mitorganisatorin der Reihe. Sie hat sich mit einem Hungerstreik im Anhaltelager Wöllersdorf beschäftigt, den wir im Rahmen des Workshops als Fallbeispiel diskutieren werden.


Wir bedanken uns bei den Vortragenden und Teilnehmer*innen! Ein paar Impressionen vom Workshop:

 

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